Montag, 22. September 2008

Sinemaya gittim

Knappe drei Euro für einen Kinofilm kann man schonmal ausgeben.
Aşkın Ingilizce oder auch Broken English, so der Titel. OmU - also, mit englischem O und türkischem U natürlich. Mitten auf einer der überfülltesten und schrecklichsten Shoppingstraßen in Istanbul (Istiklal Caddesi), versteckt sich hinter einer grauen und unscheinbaren Fassade ein richtiges Schmuckstück an Kino. Der Kartenkontrolleur hat uns freundlich begrüßt und uns dann zu unserem Platz im Saal geführt. Wie schön. Wo wird man in Deutschland bitte noch im Kino zu seinem Platz geführt? Der "Saal", 4. Stock, ohne Aufzug, mit knappen 80 Sitzplätzen (ich bin ganz schlecht im schätzen), füllte sich mit schätzungsweise 20 Cineasten. Und jeder von uns hat sich die Zeit vor dem Film mindestens einmal damit vertrieben, den eigenen Blick in aller Seelenruhe über die unglaubliche Stuckdecke schweifen zu lassen.
Die Türkischen Kinogänger haben aber doch ziemlich üerrascht. Während des ganzen Films, gab es kaum eine Reaktion auf deren Seite. Kein Lachen, kein gar nichts. Und das obwohl die Türken sonst immer bei allen Fernsehserien und Filmen lauthals mitfiebern. Irgendwie waren wir drei Deutschen die einzigen, die irgendwelche Geräusche von uns gegeben haben. Sonderbar.
Wann hat man in Deutschland eigentlich Pausen während eines Kinofilms? Wir denken da ganz pragmatisch. Film zu lang = Pause. Der Film ging keine 2 Stunden und trotzdem gab es eine Pause. Nein, nicht damit die türkischen Kettenraucher eine quarzen konnten. Nein, nicht weil einem unfreiwillig irgendwelche Kalorienbomen aufgedrängt wurden um den Umsatz an der Süßigkeitentheke zu steigern. In der Pause ist der...wie auch immer man ihn nennt...Filmvorführer (?) durch den Kinosaal gelaufen um 3Minuten später mit einer weiteren Filmrolle unter dem Arm wieder in seinem Kämmerlein zu verschwinden.

Der Film war ok. Aber der Rest hat sich wirklich gelohnt.

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