Tschakka. Nun hab ich es doch endlich geschafft mal Abends rauszukommen und das Istanbuler Nachtleben ein wenig zu erkunden. Wir, sieben Leute aus dem Sprachkurs plus diverse Anhänge, haben es tatsächlich Donnerstag Abend geschafft uns zu treffen.
Zunächst ab in eine Kneipe. Schwulenbar. Immer wieder interessant. Danach ab in verschiedene Locations, wo aber noch nicht so viel los war und erstmal in eine weitere Kneipe. Hier sind die besten Plätze allerdings nicht unten auf der Strasse wo die Leute sich durch die engen Gassen quetschen. Hier sitzt man unter freiem Himmel, auf der Dachterasse im 6. Stock oder noch weiter oben. Nette Leute, ein Glas Wein, laue Sommerluft, die Sterne über einem und der freie Blick über die Dächer Instanbul. Was kann es schöneres geben?
Und weil es so schön war ging es gleich nochmal weiter. Die halbe Besatzung blieb dabei zwar auf der Strecke...aber man kann nur sagen, selbst Schuld. In der nächsten Bar gab es nämlich canli müzik.. Live Musik.
Und nein, es gab keine türkischen Schnulzlieder auf die Ohren. Es war eine richtig gute Band, die einmal alle bekannten Lieder querbeet gespielt haben. Schön auch mal zu sehen, wie die Türken feiern können!
Um halb drei waren wir dann alle so ko, dass wir uns auf den Heimweg machen wollten. Bis zu dem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht genau, wie ich nach Hause komme. Ab 12h fahren keine Busse mehr und ich wusste nicht genau ob einer der Dolmuş (eine Art Sammeltaxi, die immer bestimmte Strecken fahren, man zahlt 5 YTL und kann sich dann irgendwo absetzen lassen), auch wirklich in meine Richtung fährt. Es wurde mir zumindest erzählt, dass es so ist. Naja. Anscheinend sollte ich das mit dem "nach Hause kommen" auf fremden Strecken wirklich sein lassen. Auch diesmal bin ich natürlich nicht wie geplant nach Hause gekommen.
An der Dolmuş-Station hab ich einen Fahrer gefragt, ob er in meine Richtung fährt und er meinte sofort ja. Ok, gutgläubig wie ich bin, ab ins Dolmuş. Mit mir noch weitere 5 Gäste on board. Und los gehts. Wir passieren die Brücke und landen auf der Asiatischen Seite. Die Richtung stimmte also schonmal. ;)
Nach 20 Minuten waren dann drei der anderen Fahrgäste bereits ausgestiegen und ich wusste zumindest, dass wir noch ziemlich weit von meinem Zuhause entfernt waren. Als der Fahrer dann nochmal gefragt hat, wo der Rest hin möchte, bekam ich auf mein Fahrziel hin eine garstige, daher genuschelte Antwort, die ich nicht verstanden hab und wusste, dass das nichts gutes bedeuten kann. Die anderen zwei Jungs mussten eigentlich raus, aber haben noch versucht zu vermitteln. 10min ging das etwa und ich saß nur total hilflos rum und wusste überhaupt nicht was los ist. Hinzu kam noch ein Taxifahrer - die verdienen auch mal einen eigenen Blogeintrag, komische Spezies - der die ganze Zeit wollte, dass er mich doch für nur 20 Lira nach Hause bringt. Argh!
Der Fahrer ist dann irgendwie nochmal ein Stück weitergefahren und meinte, dass wir jetzt hier raus müssten, weiter fährt er nicht.
Äääh wie jetzt? Es war mittlerweile 3h Nachts. Ich hatte keine Ahnung wo ich war, geschweige denn wie ich nach Hause kommen sollte. Und dann noch zwei mir unbekannte Typen, die mir unbedingt helfen wollten. Der einzige Hoffnungsschimmer: Einer der beiden sprach ziemlich gut Englisch.
Der war selber zum ersten Mal mit dem Dolmuş unterwegs und grad erst nach Istanbul gezogen. Er hat erstmal seinen Freund angerufen, der im Internet schauen sollte, wie weit es denn bis zu mir ist. Leider hat der Freund meine Strasse nicht gefunden.....Super. Wir also erstmal weitergelaufen um jemanden zu finden, der uns weiterhelfen kann. Der nächste Kioskbesitzer hatte auch keinen Schimmer. Schliesslich hat sich weitere 20 min später, der Freund von den beiden ein Herz gefasst, sich mitten in der Nacht auf den Weg gemacht und uns im Nirgendwo aufgelesen um mich mit dem Auto nach Hause zu fahren. Und wieder saß ich also mit wildfremden Menschen in einem Auto und konnte nur hoffen, dass ich auch heile zu Hause ankomme. Das Navi hat uns dann erstmal verraten, dass ich ungefähr 13 km von meinem eigentlich Ziel entfernt war! Großartig.
Man hätte meinen können, wir wären dann auch direkt angekommen. Tja, pustekuchen. Navis scheinen sich in Istanbul auch nicht sonderlich zu recht zu finden. Die Nahe gelegene größere Strasse kannte er noch, aber nicht meine Mini-Strasse. Wir waren zwar nur 5min später in der Nähe meines Hauses, soviel hatte ich schonmal wieder erkannt. Aber leider sehen hier die Strassen Nachts alle total gleich aus. Selbst die drei Herren, die Nachts um halb vier auf der Strasse rum eierten kannten die nicht. Die drei sind übrigens erstmal noch in eine kleine Meinungsverschiedenheit darüber geraten, wo wir doch am besten lang fahren sollten. Achja, diese Stadt hat doch immer was im Programm..
Naja, nach einigen Runden um meinen Block haben wir dann so gegen 4h doch noch mein Haus gefunden. Großes Kino auf jeden Fall!
Ich würd sagen ich hatte mal wieder unglaubliches Glück an so nette Menschen geraten zu sein!
Was lernen wir daraus?
1. Nie wieder Dolmuş fahren! Und wenn doch, dann nächste Mal zu einer Uhrzeit zu der man sich auch als Mädel allein auf die Straße trauen kann! Und den Fahrer nicht nur 3x, sondern mindestens 8x fragen ob er auch wirklich dahin fährt, wo ich hin möchte!
2. Bei meinem nächsten Istanbul-Aufenthalt werd ich auf der Europäischen Seite wohnen!
3. Ich werd niemals hilflose Touristen allein durch Berlin eiern lassen. Es ist so schrecklich!
4. Ich hatte jetzt zweimal Glück mit meinen unbekannten Helferlein und sollte mein Glück wohl in Zukunft nicht mehr so ausreizen!
Zunächst ab in eine Kneipe. Schwulenbar. Immer wieder interessant. Danach ab in verschiedene Locations, wo aber noch nicht so viel los war und erstmal in eine weitere Kneipe. Hier sind die besten Plätze allerdings nicht unten auf der Strasse wo die Leute sich durch die engen Gassen quetschen. Hier sitzt man unter freiem Himmel, auf der Dachterasse im 6. Stock oder noch weiter oben. Nette Leute, ein Glas Wein, laue Sommerluft, die Sterne über einem und der freie Blick über die Dächer Instanbul. Was kann es schöneres geben?
Und weil es so schön war ging es gleich nochmal weiter. Die halbe Besatzung blieb dabei zwar auf der Strecke...aber man kann nur sagen, selbst Schuld. In der nächsten Bar gab es nämlich canli müzik.. Live Musik.
Und nein, es gab keine türkischen Schnulzlieder auf die Ohren. Es war eine richtig gute Band, die einmal alle bekannten Lieder querbeet gespielt haben. Schön auch mal zu sehen, wie die Türken feiern können!
Um halb drei waren wir dann alle so ko, dass wir uns auf den Heimweg machen wollten. Bis zu dem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht genau, wie ich nach Hause komme. Ab 12h fahren keine Busse mehr und ich wusste nicht genau ob einer der Dolmuş (eine Art Sammeltaxi, die immer bestimmte Strecken fahren, man zahlt 5 YTL und kann sich dann irgendwo absetzen lassen), auch wirklich in meine Richtung fährt. Es wurde mir zumindest erzählt, dass es so ist. Naja. Anscheinend sollte ich das mit dem "nach Hause kommen" auf fremden Strecken wirklich sein lassen. Auch diesmal bin ich natürlich nicht wie geplant nach Hause gekommen.
An der Dolmuş-Station hab ich einen Fahrer gefragt, ob er in meine Richtung fährt und er meinte sofort ja. Ok, gutgläubig wie ich bin, ab ins Dolmuş. Mit mir noch weitere 5 Gäste on board. Und los gehts. Wir passieren die Brücke und landen auf der Asiatischen Seite. Die Richtung stimmte also schonmal. ;)
Nach 20 Minuten waren dann drei der anderen Fahrgäste bereits ausgestiegen und ich wusste zumindest, dass wir noch ziemlich weit von meinem Zuhause entfernt waren. Als der Fahrer dann nochmal gefragt hat, wo der Rest hin möchte, bekam ich auf mein Fahrziel hin eine garstige, daher genuschelte Antwort, die ich nicht verstanden hab und wusste, dass das nichts gutes bedeuten kann. Die anderen zwei Jungs mussten eigentlich raus, aber haben noch versucht zu vermitteln. 10min ging das etwa und ich saß nur total hilflos rum und wusste überhaupt nicht was los ist. Hinzu kam noch ein Taxifahrer - die verdienen auch mal einen eigenen Blogeintrag, komische Spezies - der die ganze Zeit wollte, dass er mich doch für nur 20 Lira nach Hause bringt. Argh!
Der Fahrer ist dann irgendwie nochmal ein Stück weitergefahren und meinte, dass wir jetzt hier raus müssten, weiter fährt er nicht.
Äääh wie jetzt? Es war mittlerweile 3h Nachts. Ich hatte keine Ahnung wo ich war, geschweige denn wie ich nach Hause kommen sollte. Und dann noch zwei mir unbekannte Typen, die mir unbedingt helfen wollten. Der einzige Hoffnungsschimmer: Einer der beiden sprach ziemlich gut Englisch.
Der war selber zum ersten Mal mit dem Dolmuş unterwegs und grad erst nach Istanbul gezogen. Er hat erstmal seinen Freund angerufen, der im Internet schauen sollte, wie weit es denn bis zu mir ist. Leider hat der Freund meine Strasse nicht gefunden.....Super. Wir also erstmal weitergelaufen um jemanden zu finden, der uns weiterhelfen kann. Der nächste Kioskbesitzer hatte auch keinen Schimmer. Schliesslich hat sich weitere 20 min später, der Freund von den beiden ein Herz gefasst, sich mitten in der Nacht auf den Weg gemacht und uns im Nirgendwo aufgelesen um mich mit dem Auto nach Hause zu fahren. Und wieder saß ich also mit wildfremden Menschen in einem Auto und konnte nur hoffen, dass ich auch heile zu Hause ankomme. Das Navi hat uns dann erstmal verraten, dass ich ungefähr 13 km von meinem eigentlich Ziel entfernt war! Großartig.
Man hätte meinen können, wir wären dann auch direkt angekommen. Tja, pustekuchen. Navis scheinen sich in Istanbul auch nicht sonderlich zu recht zu finden. Die Nahe gelegene größere Strasse kannte er noch, aber nicht meine Mini-Strasse. Wir waren zwar nur 5min später in der Nähe meines Hauses, soviel hatte ich schonmal wieder erkannt. Aber leider sehen hier die Strassen Nachts alle total gleich aus. Selbst die drei Herren, die Nachts um halb vier auf der Strasse rum eierten kannten die nicht. Die drei sind übrigens erstmal noch in eine kleine Meinungsverschiedenheit darüber geraten, wo wir doch am besten lang fahren sollten. Achja, diese Stadt hat doch immer was im Programm..
Naja, nach einigen Runden um meinen Block haben wir dann so gegen 4h doch noch mein Haus gefunden. Großes Kino auf jeden Fall!
Ich würd sagen ich hatte mal wieder unglaubliches Glück an so nette Menschen geraten zu sein!
Was lernen wir daraus?
1. Nie wieder Dolmuş fahren! Und wenn doch, dann nächste Mal zu einer Uhrzeit zu der man sich auch als Mädel allein auf die Straße trauen kann! Und den Fahrer nicht nur 3x, sondern mindestens 8x fragen ob er auch wirklich dahin fährt, wo ich hin möchte!
2. Bei meinem nächsten Istanbul-Aufenthalt werd ich auf der Europäischen Seite wohnen!
3. Ich werd niemals hilflose Touristen allein durch Berlin eiern lassen. Es ist so schrecklich!
4. Ich hatte jetzt zweimal Glück mit meinen unbekannten Helferlein und sollte mein Glück wohl in Zukunft nicht mehr so ausreizen!
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