Heute hat endlich der Sprachkurs begonnen. Das hieß aber auch, erstmal dort ankommen.
Ich fahre mit dem Bus zur Sprachschule.
Hier läuft das mit dem Bus fahren folgendermaßen ab. Jeder Istanbuler, der regelmäßig mit den Öffentlichen fährt hat eine Akbil, eine Art Magnet-Chip, den man beim einsteigen an das dafür vorgesehene Gerät, vorne beim Fahrer, hält . Dadurch wird direkt der Betrag für eine Fahrt abgebucht.
Wie wahrscheinlich überall auf der Welt, füllt sich der Bus morgens recht schnell und der Fahrer öffnet irgendwann nur noch die hinteren Türen. Wie nun aber das Problem mit dem bezahlen per Akbil lösen? Schließlich will man ja nicht schwarzfahren!
In Deutschland würde man sich jetzt entweder bis nach vorne durchdrängeln, dabei zig Leuten auf die Füße treten oder ihnen die Ellbogen in die Rippen rammen. Die anderen Fahrgäste würden dann die Augen verdrehen oder ein genervtes "Muss das denn sein!" von sich geben. Oder man würde das ganze von vorne herein lassen und einfach nicht bezahlen, merkt ja keiner.
Hier wird auf jeden Fall gezahlt, aber von durchdrängeln keine Spur.
Hier reichen die hinten im Bus dazu gestiegenen Leute einfach ihre Akbils nach Vorne zum Fahrer durch. Dort werden sie "entwertet" und wieder durch die Menge nach hinten durchgereicht! Ich find das total faszinierend! Die Leute haben keinerlei Bedenken ihre Akbil in fremde Hände zu geben, sie vertrauen darauf, dass sie entwertet wird und, dass ihre eigene Akbil auch wieder bei Ihnen ankommt! Und die anderen, die das ganze Spiel während einer einzigen Fahrt zig Mal mitmachen, reichen die Karten wie selbstverständlich, ohne murren und meckern, nach vorne durch und wieder zurück.
In Deutschland würde niemand auch nur auf die Idee kommen sein Ticket aus der Hand zu geben, dann doch lieber nach vorne quetschen. Und ich mag mir auch nicht vorstellen, wie genervt die Leute wären, wenn sie die Tickets ständig weiter reichen müssten. In Deutschland ist eben jeder für sich selbst verantwortlich. Jeder macht sein Ding und sollte den anderen damit möglichst nicht auf den Keks gehen.
Alle GWK'ler, die mit mir den Kurs Intercultural Communication hatten, werden jetzt wahrscheinlich denken "achja, da ist es wieder, die kollektivistische vs. die individualistische Kultur"
Und wieso nicht schwarzfahren? Zwei Theorien: 1. Die Türken sind zu ehrlich um schwarz zu fahren. 2. Alle anderen um einen herum würden ja sehen, dass man nicht gezahlt hat und man würde sich schämen, dass man nicht so ehrlich ist wie die anderen. Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem.
Das also zum Bus fahren in Istanbul.
Im Sprachkurs sind, sürpris, sürpris, von 15 Sprachschülern, 11 aus Deutschland. Dazu kommen eine Schwedin, eine Japanerin, ein Franzose und ein Amerikaner. Mit mir ist noch ein anderer Halb-Türke im Kurs, der genauso "viel" Türkisch spricht wie ich.
Beim Essen hat unser Ami dann zum ersten Mal Ayran getrunken. Das ist ein Joghurt, Wasser, Salz Mischgetränk. Trinkt man hier zur Erfrischung und zu scharfem Essen. Süper lecker! Nachdem Kirk etwas skeptisch war, hat er aber gefallen daran gefunden.
Als aber dann die Frage kam, ob es Ayran auch mit anderen Flavours gibt, haben wir uns alle ziemlich weggeschmissen. Sind wir hier bei Starbucks oder wie? Can I have my Ayran with french-vanilla-almond-rasperry-chocolate-cookie-dough-flavour please?
Nachmittags hab ich dann mit ein paar anderen Taksim erkundet, aber nach vier Stunden Sprachkurs und bei 29 Grad, ist das irgendwie ziemlich anstrengend gewesen. Deshalb haben wir unseren ersten richtigen Sightseeing auf morgen verschoben und ihn sogar schon geplant.
Tamam, şimdi uykuya yattıyorum. Iyi geceler arkadaşlar!
Ich fahre mit dem Bus zur Sprachschule.
Hier läuft das mit dem Bus fahren folgendermaßen ab. Jeder Istanbuler, der regelmäßig mit den Öffentlichen fährt hat eine Akbil, eine Art Magnet-Chip, den man beim einsteigen an das dafür vorgesehene Gerät, vorne beim Fahrer, hält . Dadurch wird direkt der Betrag für eine Fahrt abgebucht.
Wie wahrscheinlich überall auf der Welt, füllt sich der Bus morgens recht schnell und der Fahrer öffnet irgendwann nur noch die hinteren Türen. Wie nun aber das Problem mit dem bezahlen per Akbil lösen? Schließlich will man ja nicht schwarzfahren!
In Deutschland würde man sich jetzt entweder bis nach vorne durchdrängeln, dabei zig Leuten auf die Füße treten oder ihnen die Ellbogen in die Rippen rammen. Die anderen Fahrgäste würden dann die Augen verdrehen oder ein genervtes "Muss das denn sein!" von sich geben. Oder man würde das ganze von vorne herein lassen und einfach nicht bezahlen, merkt ja keiner.
Hier wird auf jeden Fall gezahlt, aber von durchdrängeln keine Spur.
Hier reichen die hinten im Bus dazu gestiegenen Leute einfach ihre Akbils nach Vorne zum Fahrer durch. Dort werden sie "entwertet" und wieder durch die Menge nach hinten durchgereicht! Ich find das total faszinierend! Die Leute haben keinerlei Bedenken ihre Akbil in fremde Hände zu geben, sie vertrauen darauf, dass sie entwertet wird und, dass ihre eigene Akbil auch wieder bei Ihnen ankommt! Und die anderen, die das ganze Spiel während einer einzigen Fahrt zig Mal mitmachen, reichen die Karten wie selbstverständlich, ohne murren und meckern, nach vorne durch und wieder zurück.
In Deutschland würde niemand auch nur auf die Idee kommen sein Ticket aus der Hand zu geben, dann doch lieber nach vorne quetschen. Und ich mag mir auch nicht vorstellen, wie genervt die Leute wären, wenn sie die Tickets ständig weiter reichen müssten. In Deutschland ist eben jeder für sich selbst verantwortlich. Jeder macht sein Ding und sollte den anderen damit möglichst nicht auf den Keks gehen.
Alle GWK'ler, die mit mir den Kurs Intercultural Communication hatten, werden jetzt wahrscheinlich denken "achja, da ist es wieder, die kollektivistische vs. die individualistische Kultur"
Und wieso nicht schwarzfahren? Zwei Theorien: 1. Die Türken sind zu ehrlich um schwarz zu fahren. 2. Alle anderen um einen herum würden ja sehen, dass man nicht gezahlt hat und man würde sich schämen, dass man nicht so ehrlich ist wie die anderen. Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem.
Das also zum Bus fahren in Istanbul.
Im Sprachkurs sind, sürpris, sürpris, von 15 Sprachschülern, 11 aus Deutschland. Dazu kommen eine Schwedin, eine Japanerin, ein Franzose und ein Amerikaner. Mit mir ist noch ein anderer Halb-Türke im Kurs, der genauso "viel" Türkisch spricht wie ich.
Beim Essen hat unser Ami dann zum ersten Mal Ayran getrunken. Das ist ein Joghurt, Wasser, Salz Mischgetränk. Trinkt man hier zur Erfrischung und zu scharfem Essen. Süper lecker! Nachdem Kirk etwas skeptisch war, hat er aber gefallen daran gefunden.
Als aber dann die Frage kam, ob es Ayran auch mit anderen Flavours gibt, haben wir uns alle ziemlich weggeschmissen. Sind wir hier bei Starbucks oder wie? Can I have my Ayran with french-vanilla-almond-rasperry-chocolate-cookie-dough-flavour please?
Nachmittags hab ich dann mit ein paar anderen Taksim erkundet, aber nach vier Stunden Sprachkurs und bei 29 Grad, ist das irgendwie ziemlich anstrengend gewesen. Deshalb haben wir unseren ersten richtigen Sightseeing auf morgen verschoben und ihn sogar schon geplant.
Tamam, şimdi uykuya yattıyorum. Iyi geceler arkadaşlar!
1 Kommentar:
hach kirk... =)
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