Istanbul! Oder besser gesagt IsTANbul, nicht Iiiiiistanbul.
Der erste Tag in dieser Stadt, hat mir fast die Sprache verschlagen und ich möchte es kaum wagen, diese Stadt zu beschreiben, da ich ihr nicht annähernd damit gerecht werden würde. Aber dann wäre dieser Blog total unnütz.
Diese Stadt singt. Alles singt. Morgens, früh Morgens, bevor die Sonne aufgegangen ist und man noch längst nicht ans aufstehen denkt, wird man begrüßt mit dem Gesang des Müezzin, der sich von den Minaretten hinab in Dein Ohr legt. Es scheint als ob es die Menschen den ganzen Tag über begleitet, denn egal wo, egal wer, die Leute singen leise vor sich her. Niemanden beschämt das.
Diese Stadt wirkt überfüllt und voller Leben und dennoch ungewöhnlich leise. Als ob die Leute denken würden: "Wir wissen doch um unsere einzigartige Stadt, warum sollten wir es dann groß hinausposaunen." Vielleicht ist es was anderes. Wer weiss das schon. Vielleicht komme ich in den nächsten Wochen noch dahinter.
Und damit ich es selber nicht vergesse, hier in kürze, was heute so geschehen ist.
Birinci günüm Istanbul'da (Mein erster Tag in Istanbul):
Ein typisch türkisches Frühstück bei Verwandten meines Gastgebers mit Cay, Tomaten, Gurke, Ei, Käse, Brot....ok, der junge Mann, der neben mir am Tisch gesessen hat, hat Nutella gegessen.
Das erste Mal mit der Fähre über den Bospurus. Es riecht nach Meer (Deniz). Und man sieht, dass das Salzwasser unerbittlich an dem Schiff nagt. Es riecht aber auch nach frischer Farbe. Die Farbkleckse sind überall. Es scheint, als ob hier täglich die vom Salz zerfressenen Schichten neu übergemalt werden. Und man weiss nicht, ob die Außenwand der Fähre, überhaupt noch eine ist, oder eigentlich nur aus Farbe besteht.
Tünelbahn und Tramvay führen uns nach Taksim. Sprachschule. Einstufungstest.
Zurück wird gelaufen und ich merke, dass die Berliner, mit ihrem Prenzlauer Berg wohl etwas übertrieben haben. BERG?? Die Türken nennen ihre Berge Hügel und sind damit wesentlich bescheidener. Ich war mir der riesigen Höhenunterschiede in dieser Stadt absolut nicht bewusst. Es ist nichts unnormales wenn zwischen Anfang und Ende einer Straße ein Höhenunterschied von 300 m liegen.
Nach einer Stärkung geht es zurück nach Hause. Kurz vorher noch zu Bekannten. Ich versteh kein Wort. Und wie am Morgen auch schon, hatte ich ständig das Gefühl, dass man mich auch ein bisschen belächelt "Die Kleine aus Deutschland...". Ich lächel indessen nur freundlich, lausche, schweige und freu mich, dass man auch gar nicht von mir erwartet, dass ich irgendjemanden künstlich vollquatsche. Schweigen kann ja so schön sein. Zumindest für den Moment. Ich nehme mir vor öfter zu schweigen wenn ich wieder in Deutschland.
Zu guter Letzt sind wir noch mit den Nachbarn hoch zum camlaci tepesi (camlaci Hügel) gefahren. Dieser Hügel ist ein ausgewachsener Berg zu dessen Füßen IsTANbul mit seinen (offiziell) 16 Millionen Einwohnern liegt.
Das schweigen fällt bei diesem Anblick nicht schwer. Es wird dunkel und die Menschen auf dem Camlaci tepesi wirken ausgelassen und genießen den Ausblick. Wir essen Gözleme. Eine Art Pfannkuchen, also zumindest was wir in Westfalen als Pfannkuchen bezeichnen, nur nicht so mächtig und ein bisschen wie ein Fladen. Gözleme gefüllt mit Schafskäse oder Kartoffeln.
Lessons learnt:
1. Hier geben sich die Köche noch Mühe: Man bekommt man die Tomaten geschält serviert
2. Ich hab zwar erst vier Salons (Wohnzimmer) gesehen, aber das reicht um sagen zu können, dass ein Salon kein richtig türkischer Salon ist, wenn er nicht Sofas und Sessel mit mindestens Platz für 9-12 Leute bereithält.
3. Man sollt hier nie aus Höflichkeit irgendwelche Flyer annehmen. Warum nicht? An den touristischen oder generell überfüllten Orten wird man die Dinger einfach nicht mehr los. Und damit mein ich nicht die Flyerverteiler, sondern die Flyer selber. Nach diversen Mülleimer-Bomben-Attentaten in der Vergangenheit, findet man in Istanbul kaum Mülleimer. Sprich man wirft die Flyer einfach auf die Straße....was ich allerdings mit meinem deutschen Sinn für Ordnung und Umweltschutz nicht vereinbaren kann...oder man schleppt ihn erstmal 2 Stunden mit sich rum. Also das nächste Mal keine Flyer!
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